Wir haben es geschafft:
TC Radolfzell feiert die deutsche Meisterschaft
Damentennis-Bundesliga
TC Karlsruhe-Rüppurr - Vacono TC Radolfzell 4:5
Ein packendes Saisonfinale wurde gestern in Karlsruhe geboten mit einem überaus seltenen Ausgang: Beide Teams konnten am Ende feiern, denn die Radolfzellerinnen sind mit dem 5:4-Sieg deutsche Meister, da der punktgleiche Konkurrent Bocholt zwar in Moers 6:3 siegte, die bessere Satzbilanz aber für das Team vom Bodensee spricht. Und der gastgebende TC Rüppurr, 2006 und 2007 noch selbst Meister, durfte den Klassenerhalt bejubeln, denn die 4:5-Niederlage reichte gerade noch aus, um den punktgleichen VfL Bochum auf knapper Distanz zu halten. Schon vor dem Match war klar, dass nicht nur die über Karlsruhe brütende Hitze für eine heiße Begegnung sorgen würde.
Zum einen waren die badischen Derbys in den letzten Jahren stets hart umkämpft und zum anderen kam die knappe Konstellation im Kampf um den Titel und den Klassenerhalt diesmal noch hinzu.
Und wer beim Aufeinandertreffen eines Titelanwärters mit einem Abstiegskandidaten eine einseitige Begegnung erwartet hatte, der wurde schon bei den ersten Einzeln enttäuscht. Die Karlsruherinnen zeigten von Anfang an, dass sie um ihre Chance auf den Klassenerhalt kämpfen wollten. Zwar sorgten Angelique Kerber und Edina Gallovits für eine standesgemäße Radolfzeller 2:0-Führung, doch Marta Domachowska musste sich Scarlett Werner geschlagen geben, so dass der eine Punkt Vorsprung, den Radolfzell im Fernduell mit Bocholt hatte, aufgebraucht schien. Ein Blick auf den Livescore im Internet brachte jedoch für Radolfzell Beruhigendes: Auch Bocholt hatte in den ersten Einzeln ein Match abgegeben.

Tatjana Malek, in Karlsruhe stark aufspielend, sorgte dann rasch für eine 3:1-Führung, Radolfzell schien wieder auf Meisterschaftskurs zu sein. Allerdings gab wenig später Kathrin Wörle ihr Einzel ab, nur noch 3:2. In der Spitzenbegegnung traf im badischen Derby eine Schweizerin auf eine Österreicherin. In zwei Sätzen setzte sich dabei die Schweizerin Stefanie Vögele gegen die Nummer eins aus Österreich, Sybille Bammer, die letzte Saison noch selbst für Rüppurr gespielt hatte, durch. Mit dem 3:3 war klar, dass es für Radolfzell aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen war. „Moers hat das zu einem echten Finale gemacht“, lobte Radolfzells Manager Günter Grimmig das Auftreten des TC ZWS Moers, für den es zwar um nichts mehr ging, der aber dennoch gegen Bocholt lange Paroli bot, so dass es auch dort mit einem 3:3 in die Doppel ging, die Radolfzeller Führung im Fernduell also weiterhin Bestand hatte. Zwei Siege fehlten noch zum Titel. Den ersten lieferten im Doppel Malek/Husarova mit einem ungefährdeten 6:0/6:3-Sieg. Und wenig später hatten dann Gallovits/Domachowska zwei Match- und damit Meisterbälle. Bereits der erste wurde verwandelt und das Radolfzeller Team durfte feiern.
Einzel: Vögele - Bammer 6:4/7:6, Minella - Kerber 0:6/4:6, Klaffner - Malek 4:6/3:6, Jani - Gallovits 2:6/5:7, Gehrlein - Wörle 6:1/3:6/ 12:10, Werner - Domachowska 6:3/6:1. Doppel: Vögele/Minella - Kerber/Tvaroskova 7:5/6:4, Klaffner/Gehrlein - Gallovits/Domachowska 4:6/3:6, Jani/Werner - Malek/Husarova 0:6/3:6

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